Künstliche Intelligenz: Erfahrungen sammeln für genossenschaftliche Lösungen

Blogbeitrag von Peter Jüde

„Künstliche Intelligenz“ (KI) oder englisch „Artificial Intelligence“ (AI) bleibt auch in diesem Jahr eines der großen Themen: Moderne Software ist in der Lage Daten so zu analysieren, dass sie Vorhersagen über die Zukunft machen kann – und das mit einer Schnelligkeit, die menschliche Möglichkeiten bei weitem übertrifft. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist, dass genügend Daten vorhanden sind. Denn künstliche Intelligenz braucht genau diese Informationen, um zu lernen. Im Zeitalter der Digitalisierung, in dem die meisten Menschen vernetzt und ständig online sind, stellt dieser Datenbedarf kein ernsthaftes Problem dar. Künstliche Intelligenz wird also sehr wahrscheinlich zukünftig in unserem Leben eine wichtige Rolle spielen.

Die großen Datensammler investieren

Die überwiegende Mehrzahl der Dienste und Kommunikationsservices, die wir nutzen und mit unseren Daten bezahlen, stammen von Google, Amazon, Facebook, Apple oder Microsoft. Diese Konzerne – und ihre chinesischen Pendants Alibaba und Tencent – haben aber nicht nur unsere Daten, sondern auch die Möglichkeit große Summen in Künstliche Intelligenz zu investieren.

Das bedeutet, dass die Forschung zur Künstlichen Intelligenz von diesen Konzernen maßgeblich vorangetrieben wird. Wissen steht damit nicht mehr der Allgemeinheit, sondern gewinnorientieren Konzernen zur Verfügung. Dabei sind für die Unternehmen Fehlschläge und scheinbar überflüssige Spielereien einkalkuliert. Christian Stöcker, Kognitionspsychologe und Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) prognostiziert in seiner Kolumne auf Spiegel-ONLINE: „Früher oder später wird sich all die Forschung darüber, was lernende Systeme mit riesigen Datenmengen anstellen können, von allein in Gold verwandeln, das ist das Kalkül. Sie werden Verkehr, Gesundheitswesen, Werkstoffentwicklung, industrielle Abläufe, den Krieg und das friedliche Zusammenleben der meisten Menschen verändern und dabei viel Geld machen.“

Natürlich kann man darüber streiten, ob solche Prognosen realistisch sind. Und selbst, wenn es so kommt, was bedeutet das? Ist es so schlimm, wenn Amazon früher als ich selbst weiß, dass ich jetzt gern ein kühles Bier trinken würde?

Wir sollten uns um Künstliche Intelligenz kümmern

Für mich ist nur eins ganz sicher: Wir müssen uns selbst so intensiv wie möglich mit KI beschäftigen. Auch Volksbanken Raiffeisenbanken verfügen über Daten, über Kunden, über Investitionsmöglichkeiten. Im Vergleich zu den großen amerikanischen und chinesischen Konzernen sind unsere Möglichkeiten wohl eher bescheiden. Aber ist das ein Grund gar nicht erst anzutreten? Wir müssen Erfahrungen sammeln, Partner suchen, Dinge ausprobieren. Vielleicht lässt sich so eine Nische finden? Vielleicht können wir Künstliche Intelligenz sogar im Sinne des Genossenschaftsgedanken nutzen? Die Genossenschaftsmitglieder würden dann selbst bestimmen, was der Algorithmus für sie tun soll – und nicht irgendwelche Bosse im Silicon Valley.

Unter anderen deshalb hat die VR-NetWorld verschiedene Projekte rund um das Thema KI gestartet. Dabei geht es im ersten Schritt vor allem darum, Grundlagen für den Einsatz von KI zu schaffen.
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Beispiel Chatbot – auf jede Frage die richtige Antwort

Der Begriff „Chatbot“ umfasst eine sehr breite Palette von Anwendungen, in denen unterschiedlich viel KI zum Einsatz kommt. Der Chatbot, den die VR-NetWorld in enger Zusammenarbeit mit der VR Bank Westmünsterland (Pilotbank) und dem Technologie-Dienstleister Kauz GmbH entwickelt, ist in der Lage, dem Kunden auf dem Internetauftritt der Bank automatisch und ganz ohne menschliche Unterstützung einfache Fragen nach Produkten und Services zu beantworten. In diesem System wird künstliche Intelligenz dazu verwendet, die Frage des Kunden richtig zu verstehen. Dabei muss die Software das eigentlich Gemeinte oft erst aus der speziellen Formulierung der Frage oder aus dem Kontext erschließen. Erst dann kann sie aus einer Datenbank die beste Antwort auswählen und dem Kunden präsentieren.

Erfahrungen sammeln für Volksbanken Raiffeisenbanken
Die VR-NetWorld arbeitet darüber hinaus an weiteren Projekten, die KI einbeziehen. Das Beispiel „Chatbot“ soll an dieser Stelle nur zeigen, dass das Thema „Künstliche Intelligenz“ in der Genossenschafllichen FinanzGruppe angekommen ist. Volksbanken Raiffeisenbanken können sicher sein, dass die Partner in der Gruppe die großen Chancen des Themas aufgreifen und entsprechenden Anwendungen konzipieren, pilotieren und den Banken anschließend zur Verfügung stellen. Gemeinsam sammeln wir Erfahrungen, um genossenschaftliche Anwendungen für Künstliche Intelligenz zu finden. Und vielleicht treten dann die Prognosen der Experten, Professoren und Schwarzmaler doch nicht ein. Weil wir zusammen etwas tun, ist die Zukunft offen.

Weiterlesen:

Bankinformation:

https://www.bankinformation.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=19&Itemid=181

Spiegel Online:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ki-forschung-die-privatisierung-der-intelligenz-kolumne-a-1186449.html

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